18. Februar 2016

Patientenverfügung

Immer mehr Deutsche sorgen für den Fall, dass sie selbst keine medizinischen Entscheidungen mehr treffen können. Eine Patientenverfügung sollte jeder haben.

Warum schreiben immer mehr Menschen eine Patientenverfügung?

Solange Sie gesund und bei Bewusstsein sind können Sie vor einer ärztlichen Behandlung genau mitteilen welche Art von Eingriffen sie wünschen und welche unterlassen werden sollen. Der behandelnde Arzt ist rechtlich verpflichtet vor jedem Eingriff Ihre Einwilligung einzuholen, da er sich sonst der Körperverletzung strafbar machen würde. Sind sie jedoch nach Krankheit oder einem Unglücksfall nicht mehr dazu in der Lage Ihren Willen mitzuteilen, so greifen Juristen (und damit auch der behandelnde Arzt, der nichts illegales tun möchte) auf die Begriffe mutmaßliche- und hypothetischer Einwilligung zurück. Im Klartext heißt das, der Arzt wird sie so behandeln, wie er es objektiv für geboten hält. In der Praxis führt das oft dazu, dass Menschen auch dann noch behandelt und am Leben gehalten werden, wenn aller medizinischen Wahrscheinlichkeit nach ein Leiden im Endstadium vorliegt und keine Chance mehr auf Besserung besteht. Viele Menschen empfinden diese Vorstellung als unwürdig und würden in diesem Fall lieber die lebenserhaltenden Maschinen abstellen, um friedlich dahinzuscheiden.

Immer mehr Menschen in Deutschland legen daher im Voraus mittels einer schriftlichen Patientenverfügung fest, in welchen Fällen sie noch einer Weiterbehandlung wünschen, und wann nicht mehr.

 

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Wenn Sie bereits eine Vorsorgevollmacht ausgefüllt haben, haben Sie sich eventuell schon Gedanken darüber gemacht, ob Ihre Vertrauensperson Sie bei eigener Handlungsunfähigkeit auch gegenüber Ärzten und in medizinischen Fragestellungen vertreten darf. Falls keine Patientenverfügung vorliegt, ist die Vertrauensperson dabei ebenfalls an ihren mutmaßlichen Willen gebunden. Haben Sie sowohl eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung hat dies den großen Vorteil, dass Ihre Vertrauensperson bei der Durchsetzung Ihres in der Patientenverfügung festgelegten Willens helfen kann. Denn in Einzelfällen widersetzen sich Ärzte auch einer Patientenverfügung. Teilweise verkennen sie die Rechtslage und haben Angst davor bei Befolgung Ihrer Verfügung rechtlich belangt zu werden. Bedenken Sie: auch Ärzte sind nur Menschen und im Ernstfall lebenserhaltende Maßnahmen durch das Umlegen eines Schalters zu beenden wird im Einzelfall bei Ärzten Gewissenskonflikte auslösen. Hier greifen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ineinander, denn die ihnen nahestehende Person kennt Sie am besten und wird Ihren erklärten Willen im Zweifel respektieren und mit dem Ärzteteam zusammen eine Entscheidung in Ihrem Sinne treffen.Vorsorgevollmacht Patientenverfügung

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